Ziemlich beste Freunde

Fachaustausch und Freundschaft verbinden sich im Alumni-Netzwerk

Man sollte einfach einmal dabei gewesen sein. Diese Stimmung, diese Freude, dieser Stolz, wenn der frisch gebackene Master oder die Masterin of Science in Oral Implantology unter Jubel und Fanfarenklängen zur Bühne schreitet – mit flatternder Robe und Masterhut. Im Scheinwerferlicht warten Studiengangsgründer und -leiter Professor Günter Dhom und der Präsident der Steinbeis-Hochschule Professor Johann Löhn mit der ersehnten Urkunde.

Master of Science in Oral Implantology – der Titel ist die Belohnung für zwei Jahre harte Arbeit, für viele Wochenenden, an denen die Masteraspiranten quer durch die Republik oder durch Europa reisten, gemeinsam lernten, diskutierten, Fälle präsentierten, fachsimpelten und an ihrer Master-Thesis schrieben. Wer sich so etwas neben Praxis- oder Klinikalltag vornimmt, muss beruflich über das Normalmaß hinaus engagiert sein, denn er verzichtet auf ein gerüttelt Maß an Nachtschlaf, Freizeit und Familienleben. Dafür bekommt man aber auch viel zurück: »Miteinander arbeiten, voneinander lernen und gemeinsam feiern ist unser Motto«, schmunzelt Dr. Rainer Roos aus dem schwäbischen Neuhausen/Filder, der seinen DGI-Master 2008 gemacht hat. »Die Erlebnisse dieser Studienzeit sind umso wertvoller, weil sie in einer Lebensphase passieren, in der man für so etwas eigentlich keine Zeit hat«, so der Oralchirurg weiter. »Der gemeinsame Weg, um von den Besten zu lernen, schweißt einfach zusammen«, ergänzt Dr. Jan Tetsch aus Münster, ein DGI-Master der ersten Stunde. »Es entstehen fachliche Netzwerke und Freundschaften fürs Leben.« Diese Verbindung ist sicherlich die entscheidende Basis für die intensive Alumni-Kultur der DGI-Masterinnen und Master.

Wer oft lange Jahre als Einzelkämpfer unterwegs war, genießt die Wiederentdeckung der Gruppe. Schon die ersten Master hatten im Jahr 2007 beschlossen, dass das Ende des Studiums nicht das Ende des gemeinsamen Lernens und schon gar nicht das Ende der gewachsenen Beziehungen ist. Das war die Geburtsstunde des »Master-of-Science-Clubs in Oral Medicine«, kurz MSC genannt. Die Initiatoren hatten ein »schlagkräftiges und aktives Netzwerk« vor Augen, das dem kollegialen Austausch und der gemeinsamen Fortbildung dient, gemeinsame Marketingaktivitäten etabliert und die Belange der Absolventen innerhalb des Faches und gegenüber der Öffentlichkeit vertritt.

Der Club hat inzwischen 227 Mitglieder und alles weitestgehend umgesetzt, was er sich damals vorgenommen hatte. »Unser Netzwerk funktioniert«, bestätigt der Vorsitzende und Doppelmaster Dr. Wolfgang Dirlewanger aus Nagold: »Gibt es Fragen zu neuen Behandlungstechniken, so fällt es leichter, sich mit einem Kollegen, der dieselbe Ausbildung genossen hat, auf Augenhöhe zu verständigen. Man vertraut sich, weil man sich ausgiebig während der vielen Lernmodule kennengelernt hat.

« »In der Tat ist unser Netzwerk eine gute Plattform, um von erfahrenen Kollegen zu lernen, man kann jeden mit jedem Problem anrufen«, beschreibt Dr. Derk Siebers aus Berlin den Nutzen des Clubs für die tägliche Arbeit. Zusammen mit anderen Mastern aus Berlin organisiert Siebers die jährliche »Reunion«, das Treffen aller Master, das inzwischen Kultstatus genießt (www.Masterakademie.de). Ergänzt wird das große Treffen durch kleinere »Klassentreffen « der einzelnen Mastergruppen oder regionale »Study-Groups«. »Wir haben uns mit unserem Kurs auch schon in Nizza und Amsterdam getroffen«, schmunzelt Siebers. Schließlich sind die Master nach dem Studium auch erfahrene Vielreisende. Für Rainer Roos sind die semesterübergreifenden bundesweiten Kontakte beispielsweise auch hilfreich, wenn ein Patient in eine andere Stadt umzieht. »Wir haben dann gute Referenzen und Überweisungsmöglichkeiten. «Die Clubmitglieder pflegen nicht nur den persönlichen Austausch, sondern kommunizieren auch auf einer Internet-Plattform (www.master.de.com). Dort können ebenfalls Patienten Fragen stellen und erhalten sachkundige Informationen. »Durch die Teilnahme an diesem Netzwerk erwachsen Vorteile durch das kostenlose gegenseitige Marketing«, beschreibt Dirlewanger den Nutzen des Portals. »Jeder Könner wirbt in den Augen der Ratsuchenden unwillkürlich für den anderen Könner; das verschafft unbezahlbare Marketingvorteile.« In der Tat fällt positiv auf, dass bei einem fragenden Patienten aus der Stadt X praktisch kaum der Master aus X antwortet, sondern meistens einer oder mehrere aus der Stadt Y oder Z – eine kluge Strategie. Die Patientenkommunikation unterstützt der MSC durch die Herausgabe eines anspruchsvoll gestalteten Patientenmagazins (DentaLife), das auf mehreren Seiten passend zur jeweiligen Master-Praxis individuell gestaltet wird.

Zwar lebt der MSC – wie immer – vom Engagement Einzelner, doch diese haben es nicht allzu schwer, meint Jan Tetsch: »Wir können unsere Mitglieder recht einfach aktivieren. Jeder freut sich, die Kollegen wieder zu treffen und viele Termine sind im Kalender dauerhaft eingeplant.«

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